|
Wie entsteht Mundgeruch?
Laut Wikipedia entsteht Mundgeruch durch flüchtige Schwefelverbindungen, die sich unter die ausgeatmete Atemluft mengen. Dazu zählen unter anderem Schwefelwasserstoff (H2S), 1,5-Diaminopentan und Methanthiol. Diese Stoffe entstehen z. B. durch die bakterielle Zersetzung von Nahrungsmittelresten oder totem Gewebematerial. Als Auslöser von Mundgeruch kommen lokale oder systematische Ursachen in Betracht. In 80–90 % der Fälle liegen lokale Ursachen vor, entweder in der Mundhöhle oder im Nasen-Rachen-Raum.
Innerhalb des Mundbereiches sind fast immer Stoffwechselprodukte von bestimmten gram-negativen Bakterien die eigentliche Geruchsursache, da diese Speisereste, Blut, Zellen und einige chemischen Komponenten des Speichels abbauen. Dieser als bakterielle Aminolyse bezeichneter Vorgang (Zersetzung von Peptiden und Proteinen) führt zur Entstehung und Freisetzung so genannter VSC (volatile sulfur compounds), welche vom Geruch her von vielen Menschen als unangenehm empfunden werden. Derartige geruchsproduzierende Bakterien finden sich - da besonders ohne Sauerstoff gut gedeihend - in versteckten Höhlungen, wie tiefen kariösen Defekten, Zahnzwischenräumen, tiefen Zahnfleischtaschen und dem hinteren Drittel des Zungenrückens.
Lokale Ursachen für Mundgeruch sind: mangelnde Mundhygiene und/oder Zungenhygiene schlechter Zahnstatus (Karies, Wurzelreste) Überstehende Kronenränder oder Füllungen Essensrückstände im Oropharynx (Rachenraum) Rauchen Entzündungen der Mundschleimhaut und/oder des Zahnfleischs (Stomatitis, Gingivitis, ANUG, Mundfäule) trockener Mund (ist schon bei normalen Sprechberufen weit verbreitet), mangelnder Speichelfluss Entzündungen des Zahnhalteapparats (Parodontitis, parodontale Taschen) schlecht heilende Zahnwunden andere Infektionen der Mundhöhle (z. B. Kandidose) Infektionen im Nasen-Rachenraum (Sinusitis, Tonsillitis, Pharyngitis, Rhinitis, Pfeiffer-Drüsenfieber, Mandelsteine) maligne Tumoren
Systemisch bedingter Mundgeruch kann entstehen durch: Allgemeinerkrankungen, z. B. Diabetes mellitus, Diabetisches Koma chronisches oder akutes Nierenversagen (Foetor uraemicus) Leberzirrhose, Hepatische Enzephalopathie Zenker-Divertikel Nahrungs- und Genussmittel (Knoblauch, Alkohol) schwefelhaltige Medikamente (Disulfiram, Dimethylsulfoxid) |
|